...aus der Seele gesprochen

Auf der Facebook Seite erreichte uns Fionas Kommentar, der uns sehr berührt hat und aus der Seele spricht:

Ich höre immer nur Fakten, wirtschaftlicher Nutzen und Aufschwung. Was nutzt denn der Gedanke eines Aufschwunges, wenn die Lebensqualität darunter leidet?! Ich selber bin so gut wie jeden Tag in Emmerzhausen und Umgebung im Wald unterwegs. Ich liebe unsere Umgebung und die Aussicht. Allein der Blick vom Höllenkopf aufs Siebengebirge. Die Menschen geben immer mehr Geld für Urlaub und Erholung aus. Der Trend geht zu Bio und Naturprodukten. Wandern ist wieder ein großes Thema nachdem es lange belächelt wurde. Viele Menschen suchen Ferienwohnungen in der Nähe, wo man abschalten kann, seine Hunde mitnehmen und runter kommen kann. Was hier immer außer Acht bleibt ist die Lebensqualität, welche sich nicht in Umsatz, Einnahmen und Kennzahlen beziffern lässt.
Massagestudios, Saunen und anti Stress Seminare sind ausgebucht, Burnout scheint eine Volkskrankheit zu werden und die Menschen fahren hunderte Kilometer um „in der Natur“ sein zu können.
Wir haben die Natur und die Erholung vor der Nase.
Es gibt viele Menschen die in den sozialen Netzwerken immer „ach so heimatverbunden“ tun, wenn es aber dann um eine jahrhundertentscheidung für die Heimat geht, kommt kein Wort über die Lippen, kein Interessensfunke oder ein Gespräch mit den Anwohnern. Das finde ich traurig.
Man kann über die „harten und weichen Faktoren“ reden wie man möchte, aber ohne den Stegskopf und die Vorgeschichte unserer Region wären viele Familien heute nicht mehr hier. Wie viele der „Alten“ Emmerzhäuser haben Geschichten zum Stegskopf, zu den Baraken und den Sportplätzen.
Das alles sind natürlich weiche Faktoren, daher irrelevant.

Qualität statt Quantität, irgendjemand schlaues muss sich diesen Satz mal ausgedacht haben. Vielleicht ist ein kleines Unternehmen, dem die weichen Faktoren wie die Menschen und die Natur, die Tiere und die Lebensqualität noch etwas bedeuten keine unwirtschaftlichere Alternative, sondern ein Gewinn.
Ein Projekt an dem man auch in 100 Jahren noch etwas verändern kann, wo man wachsen und sich entwickeln kann. Wo meine Kinder mal Fahrrad fahren und spazieren können ohne LKW‘s ausweichen zu müssen...

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Kommentare: 3
  • #1

    N. Eisel (Dienstag, 19 Februar 2019 18:46)

    Dem ist nichts hinzu zu fügen...

    Eine meiner besten Freundinnen lebt in Remscheid. Sie hat dort ein Pferd in einem wirklich tollen Stall stehen.
    Jedes mal, wenn sie zu Besuch bei mir und meinen Pferden ist, sagt sie, dass sie mich um unsere quasi endlose Natur vor der Haustür beneidet.
    In Remscheid gäbe es das nicht.

    Ich selbst werde mir bei jedem Ausritt aufs neue darüber bewusst, wie genial wir wohnen, was es einfach für ein Privileg ist, die Haustür auf zu machen und los joggen zu können, oder den Hund nicht erst mit dem Auto zum Gassi gehen an den Stadtrand kutschieren zu müssen.
    Ich habe selbst noch keine Kinder, aber ich möchte, dass meine Kinder irgendwann mal - genauso wie ich als Kind - im angrenzenden Wald spielen können, auf der nächsten großen Wiese im Herbst Drachen steigen lassen können, oder mit dem Fahrrad unbehelligt die schlimmsten matschwege lang donnern können...

    Diese kleinen "Freiheiten" sind es, die das Leben hier im Westerwald ausmachen und die es hier besonders lebenswert machen.

    Und da passt es einfach nicht, ständigem lkw-Verkehr aus zu weichen, oder einen Teil des Waldes gar nicht mehr betreten zu dürfen...

  • #2

    Stefan Puderbach Leiter DSV Nordic aktiv AZ Skiverband Rheinland e.V. (Dienstag, 26 Februar 2019 11:21)

    Ich fände es fatal wenn ein Logistikkonzept so in der vorgestellten Form einen Zuschlag bekäme. Wir haben an sovielen Orten schon LKW's und Containerfrachten, die für Radfahrer, Fussgänger uvm. eine Gefährdung darstellen. Der LKW-Verkehr am Stegskopf würde so zunehmen, dass viele andere sanfte touristische Dinge im Westerwald nicht mehr möglich wären. Das Logistikkonzept hätte nicht nur Auswirkungen auf den Stegskopf und Emmerzhausen direkt sondern auf das gesamte Umland und seine Gemeinden.
    Dem Skiverband Rheinland e.V. würde damit die Möglichkeit genommen in Rheinland-Pfalz an einem der wenig möglichen Orte nachhaltige Skilanglaufangebote zu realisieren. Wenn der Sport in der Natur, den es länger gibt als Logistikkonzepte erschwert sorgt man für ein weiteres Abwandern aus der Region.
    Das Land gehört der gesamten Bevölkerung und nicht nur einzelnen Interessengruppen. Man beklagt sich über Populismus in Zeiten von Trump und Co und viele negative Auswirkungen. Eine Berücksichtigung aller Interessengruppen in einem gemeinsamen nachhaltigen Konzept würde positiv zu einer zufriedenen Bevölkerung beitragen. Hierzu hat der Deutsche Skiverband und seine Landesverbände mit dem Institut für Natursport und Ökologie einige interessante Konzepte seit Jahren. Deren volkswirtschaftlicher und privatwirtschaflicher Wert ist außerdem höher als bei einem Logistikkonzept

  • #3

    K. Schäfer (Mittwoch, 13 März 2019 13:53)

    Ich kenne die Gebäude und das Gelände des ehemaligen Übungsplatzes gut. Mein Vater hat dort über 40 Jahre gearbeitet und wir Kinder durften immer mal wieder mitfahren wenn Zeit war. Die Verabschiedung bei Beendigung seines dienstes hat mein Papa dort gefeiert und das war der absolute Hammer. Die Kinder der Kollegen konnten Fußball spielen und keiner musste auf den Straßen aufpassen.
    Ich fände es sehr schade, wenn das tolle Gelände nicht für Freizeit-, Sport- und Soziale Projekte genutzt würde. Schließlich ist alles vorhanden was man für sowas braucht.
    Habe auf Facebook ja schon mal geschrieben, das ich mir sogar vorstellen könnte dort meine Praxis zu eröffnen. Schließlich sind die Gebäude zur medizinischen Versorgung aufgerüstet, bzw renoviert worden als es ein AFA Lager war.

    Liebe grüße
    K. Schäfer